Eine Tasse Ocker?

Als allererstes möchte ich mich heute für die vielen netten Kommentare auf meinen letzten Blogpost bedanken. Genauso habe ich es mir gewünscht! Eure Rückmeldungen haben mich inspiriert, den Schulmalkasten auszupacken und in ein altes Reisebuch von 2005 zu schauen. Davon erzähle ich an diesem Mittwoch, zeige eine Menge Tassen, die ich aus guten Gründen diese Woche in allen Ockerschattierungen in mein Oktoberbüchlein gemalt habe und lade euch herzlich auf ein Tässchen Adventspost ein!

Ocker-Erinnerungen aus der Provence

Als ich letzte Woche mit dem Ocker-Thema begonnen habe, hatte ich zunächst gar nicht mehr auf dem Schirm, dass wir vor ziemlich genau 21 Jahren, in den ersten Herbstferien meines Sohnes, einen wunderbaren Urlaub in der Provence verbracht haben und dort auch die Ockerfelsen von Roussillon besucht haben. Ich habe zunächst nach Fotos gesucht und dann auch das Reisebuch gefunden, das ich damals gefüllt habe. Es hat mich mit Kinderzeichnungen und Notizen fast zu Tränen gerührt und die Erinnerung an diesen schönen Urlaub war sofort wieder da.

Ocker Reisebuch ©muellerinartstudio

„Knallgelb bis Dunkelrot gefärbte Felsen – und Kinder!“ habe ich damals notiert.
Die Kinder sind mittlerweile erwachsen. Wahnsinn, wie lange das her ist!

Ich habe damals auch Pigmente in unterschiedlichen Ockertönen im Ocker-Museum gekauft. Fixiert mit Acrylbinder hatte ich damit nach dem Urlaub Farbmuster in mein Reisebuch gemalt. Die staubigen Pigmente verschmutzten mir dann jahrelang meine Schubladen, viel mehr als diese Farbmuster habe ich damit nicht gemalt. Deshalb habe ich sie wohl irgendwann entsorgt. Gefunden habe ich in der Schublade aber noch die Schulmalkästen meiner Kinder mit gut gefüllten Ocker-Farbnäpfchen, das war wohl nicht die Lieblingsfarbe trotz der Reise in die Provence.

Ocker Reisebuch ©muellerinartstudio

Ich bin so froh, die Reisebuch-Tradition über so viele Jahre beibehalten zu haben. Ob ich sonst noch wüsste, was uns damals so bewegt hat, was wir gespielt, gegessen und unternommen haben? Ich habe auch notiert, dass die Kinder im Ocker-Museum nicht viel Geduld hatten, ich aber ganz glücklich war. Diese Stimmung kann ich wieder nachfühlen, wenn ich das alte Buch aufschlage.

Alle Tassen im Oktober-Büchlein

Ob ich in 21 Jahren auch noch die Stimmung aus diesem Oktober spüren kann, wenn ich mein aktuelles Büchlein wieder aufschlagen werde? Mit Farbe aus dem alten Deckfarbenkasten und auch mit Gouachefarbe, mit der ich gerade ein wenig experimentiere, haben sich in der vergangenen Woche einige Seiten mit Tassen aller Art gefüllt.

Ocker Oktoberbüchlein  ©muellerinartstudio
Ocker Oktoberbüchlein  ©muellerinartstudio

Ich habe gerade große Freude daran, im kleinen Format mit deckenden Gouachefarben zu malen. Die ockerfarbenen Hintergründe, die ich im Büchlein angelegt habe, bieten eine gute Grundlage dafür. Gouache ist nicht die Farbe, mit der ich viel Erfahrung habe, ich komme eher vom Aquarell, Zeichnung oder eben von unterschiedlichen Drucktechniken. Gouache ist wasserlöslich, auch nach dem Trocknen, deshalb ist sie zum Drucken nicht gut geeignet. Aber sie ist im Gegensatz zu Aquarell deckend, insofern ähnelt sie auch der Deckfarbe aus dem Schulmalkasten. Ich habe ja überhaupt keine Probleme damit, alle möglichen Farben zu mixen und miteinander zu kombinieren.

Ocker Oktoberbüchlein  ©muellerinartstudio

Die verlorene Tasse

Und was hat es jetzt mit der Tasse auf sich? Viele von euch haben es schon mitbekommen. In dieser Woche läuft auf dem Post-Kunst-Werk die Anmeldung zur Adventspost, bei der es sich in diesem Jahr um Reduktionsdruck mit dem Motiv Tasse dreht! Die Probedrucke für die Erklärung des Reduktionsdrucks sind natürlich auch im Oktoberbüchlein gelandet, teilweise mit Gouache coloriert.

Ocker Oktoberbüchlein  ©muellerinartstudio

Reduzierter Reduktionsdruck mit nur zwei Farben kommt als Idee bisher schon sehr gut an! Die Anmeldungen sammeln sich und die Rückmeldungen sind super. Ich freue mich jetzt sehr auf meinen Tassen-Adventskalender! Die Anmeldung läuft noch die ganze Woche und am Sonntag treffen wir uns zum Schwarmwissen-Zoom, um alle Fragen zu klären.

Tabea und ich haben uns übrigens noch etwas Neues ausgedacht. Alle Wertbrief- und Kulturpaket-Mitglieder des Post-Kunst-Werks laden wir ab November einmal im Monat zum gemeinsamen Online-Werkeln in die Post-Kunst-Werkstatt ein! Im November können wir dann gemeinsam Tassen schnitzen und drucken.

Die Anmeldung zur Adventspost läuft noch die ganze Woche bis zum 19.10. Alle Infos dazu gibt es hier!

Adventspost 2026 Die Verlorene Tasse ©muellerinartstudio

Zweihändig 2027

Meine Newsletter-Leserinnen wissen es schon: Der neue zweihändige Kalender steht kurz vor dem Druck. Hier ein kleiner Einblick in unserer Kalenderwerkstatt:

Zweihändig 2027 ©muellerinartstudio

Im Oktober nehme ich noch Vorbestellungen zum Sonderpreis an, dann geht der Kalender schnellstmöglich in die Druckerei. Ab November wird verschickt!
Hier Hier könnt ihr den Kalender vorbestellen:

Freut euch auf nächste Woche und ein neues MittwochsInterview mit einer multikreativen Frau, die uns von Stoff, Holz, Glas, vielen anderen Materialien, Werkzeugen und spannenden kreativen Themen erzählen wird. Außerdem wird es am kommenden Mittwoch einen Workshopbericht vom vergangenen Wochenende geben. Bis dahin wünsche ich euch eine kreative Herbstwoche!

3 Kommentare zu „Eine Tasse Ocker?“

  1. Das warme Ocker mit dem dunklen Blau! Eine ganz tolle Tassenverbindung. Wie warmer Tee an kalten Tagen.
    Besonders schön Deine alten Urlaubserinnerungen. Ich muss bei Ocker an Sandstrände denken (und schon wieder kommt Blau dazu)
    Jedenfalls sprudelt es gerade nur so an Kreativität
    Hab eine schöne Woche und sende liebe Grüße
    nina

  2. Guten Morgen Michaela,
    ach, in Erinnerungen schwelge ich auch gerne… das klingt nach einem beeindruckenden Urlaub mit Besuch bei den Ockerfelsen. Wie schön, dass du schon so lange Reisetagebuch führst.
    Dank deinem Buch habe ich mich vor kurzem endlich an den Reduktionsdruck getraut und freu mich total, dass er Thema der Adventspost ist (hab es mir insgeheim gewünscht). Das ist so eine spannende Sache!
    Mit Gouache hab ich noch keinerlei Erfahrung, ich verwende meist Aquarell, Acryl (noch) und neuerdings Linolfarbe auf Wasserbasis. Damit hab ich jetzt viel feinere Drucke auf der Gelplatte, als davor mit Acryl, das freut mich sehr.
    Freu mich aufs gemeinsame Werkeln, deinen Kalender und die Adventspost! Liebe Grüße Anja

  3. Haha.. ja, ist so: bei fast allen Kindern, ob jung oder älter sind die Ockernäpfchen (und das hässliche Mittelbraun daneben) auch am Schuljahresende „wie neu“.
    Groß-Evchen mag es ehrlich gesagt auch nur zum Mischen. Aber es gab ein warmes Goldgelb
    von Golden mit dem Namen „Quinacridone Nickle Azo Gold“- das ist ein Sonnenfarbton zum Verlieben! Gibts aber nicht mehr.
    So, jetzt Tassen! Gestern schon mal rumprobiert…das wird!
    Liebe Grüße, eva

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