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Winterspaziergang zum Sonnenberg

10. Dezember 2020 10 Comments

Heute ist mein Postkunst-Tag, meine Adventspost sollte am heutigen 10. Dezember in allen Briefkästen gelandet sein. Das hoffe ich, denn derzeit kommt die Post manchmal sehr spät. Hier klappert der Briefkasten im Moment meist zwischen 20 und 21 Uhr, dann kann ich, wenn ich noch daran denke, gemütlich auf dem Sofa meine Adventspost bewundern oder gleich erst am nächsten Morgen beim Frühstück. Aber ich will mich nicht beschweren, immerhin funktioniert die Post noch und somit sind unsere Postkunst-Aktionen etwas ganz besonderes, denn sie fallen nicht aus, wie sonst alles in diesem Jahr.

“Winterspaziergang im Glasscheibendruck”. Diesmal ist Tabea hauptverantwortlich für unser Postkunst-Thema und zum ersten Mal habe ich trotz ausführlicher Anleitungen wirklich mit der Technik gehadert. Erste Versuche waren so gar nicht nach meiner Vorstellung, auch die Motivsuche war zunächst eine Sackgasse. Aber dann begegnete mir auf dem liebsten Spazierweg über den Sonnenberg (Odenthal-Voiswinkel, Büchels Blick) mit Blick auf Köln das wohlbekannte Motiv. 

Blick auf Köln vom Sonnenberg, Bergisch Gladbach ©müllerinartstudio

Dieses Foto ist schon vor ein paar Jahren in der Weihnachtszeit auf den Bergisch Gladbacher Hügeln mit Blick aufs Rheintal entstanden. Der Blick ist grandios, gerade im Winter hat man einen wunderbaren Weitblick auf den Dom. Das diffuse Licht und die Schichtung der Landschaft wollte ich auf der Glasplatte einfangen. 

Adventspost 2020 ©müllerinartstudio

So habe ich auf verschiedenen farbigen Chromolux-Karten (hergestellt in Bergisch Gladbach), zunächst den Himmel mit ausgespartem Dom, dann den Vordergrund und zum Schluss die kahlen Äste gedruckt. 

Diesmal hatte ich mir eine Freundin dazu geholt und gemeinsam sind wir konsequent einen ganzen Nachmittag dran geblieben. Zwar trockneten auf dem glatten Karten die Linolfarben noch langsamer, aber ich habe einfach immer weiter gedruckt, auch wenn die Schichten noch nicht ganz trocken waren. 

Adventspost 2020 ©müllerinartstudio

Nun ist der Dom auf jeder Karte unterschiedlich stark zu sehen und genauso ist es beim Spaziergang auch, nicht immer hebt er sich klar am Horizont ab, manchmal verschwindet er im Dunst. Die glänzenden Untergründe und die matte Farbe geben ein eisiges Zusammenspiel. Mit einer Schicht Schutzlack habe ich alles versiegelt und die Drucke auf feste Karten geklebt. 

Adventspost 2020 ©müllerinartstudio

Die 10 musste auch dazu, damit ihr alles richtig sortieren könnt, ein paar nette Grüße und Stempel. Derweil füllt sich hier auch schon wieder meine Küchenwand mit so viel wunderbarer Post und Sonderpost,  vielen lieben Dank. Die Sammlung zeige ich dann demnächst mal auf dem anderen Kanal. Die Drucke sind alle so zart und wunderschön, herrliche Strukturen und tolle Umsetzungen, trotzdem glaube ich, dass dies nicht meine Lieblingstechnik wird. Ich habe zu wenig das Gefühl, steuern zu können, was sich tue.

Adventspost 2020 ©müllerinartstudio
Adventspost 2020 ©müllerinartstudio
Adventspost 2020 ©müllerinartstudio

Falls euch das Motiv bekannt vorkommt: Vor vier Jahren habe ich ein Blick-Serie mit dem Kölner Fenster gemacht, meine langjährigen Leserinnen erinnern sich vielleicht. Der Fotostandpunkt war tiefer als der vom Sonnenberg, noch näher an meinem Haus. Etwas später habe ich auch davon berichtet, dass die schöne Wiese mit Blick auf Köln bebaut werden soll. Jetzt haben wir nach den Kommunalwahlen einen Politikwechsel in der Stadt und die Pläne sind vom Tisch, na also! Der freie Blick auf Köln bleibt!

Michaela

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10 Comments

  • frau nahtlust 10. Dezember 2020 at 16:29

    Oja, hier ist so eine Zauperpost eingetrudelt, liebe Michaela, und ich freue mich sehr, den Blick auf den Dom sehen zu können in dieser feinen Winterlandschaft! Das ist dir ganz hervorragend gelungen! Bei mir ist auch viel Dunst, doch das macht gerade den REiz der Entdeckungstour und des genauen Blicks aus, finde ich. Und als Exil-Ulmerin kenne ich auch das Ulmer Münster gut „versteckt“ im Ulmer Nebel….insofern ist das fast ein wenig wie Heimatanklang 🙂 Lieben Gruß udn besten Dank! Susanne

  • nina. aka wippsteerts 10. Dezember 2020 at 17:08

    Ein ganz besonderer Heimatblick.
    Ich muss gestehen, dass ich mich hinterher noch mal näher mit der Technik befasst habe.
    Ich glaube, wenn man so viele Karten drucken möchte, ist genau diese Technik eigentlich nicht gedacht
    Da wäre etwas wie Kupfer Stich oÄ. Noch besser geeignet.
    Aber da ich auch schon dran war, kann ich sagen, dass es ganz viel Spass gemacht hat und neue Perspektiven geöffnet hat.
    Viele liebe Grüße (und bin weiter gespannt)
    Nina

  • Bunstistschön 10. Dezember 2020 at 20:08

    Liebe Michaela, es beruhigt mich, dass selbst Du gehadert hast. Ich habe auch noch kein Motiv und meine spärlichen Versuche befriedigen mich ganz und gar nicht. Ich habe noch 9 Tage und so langsam kriege ich Druck. 😰
    Dein Motiv und die Karten sind so toll geworden. Ich liebe diesen Blick. Konnte ihn letztens auch bewundern, war ich doch im Bensberger Krhs zur Fortbildung und oben vom Krankenhaus aus konnte man auch den Kölner Dom im Abendlicht bewundern. Hätte mich fast mal gemeldet aber dann wurde es mir doch zu spät.
    LG und bis bald mal wieder, von Annette

  • Astridka 10. Dezember 2020 at 22:13

    Dafür, dass du mit der Technik haderst, sind deine Karten sehr stimmungsvoll schön geworden. Dass man so wenig steuern kann, macht den Reiz ( dem Zufall Chancen! ). Die Kinder sind da immer viel unbeleckter dran gegangen und es sind oft reizvoll „fremde“ Sachen herausgekommen, so wie bei einer Wundertüte.
    Hab weiterhin eine schöne, kreative Zeit!
    Grüße aus Nippes!
    Astrid

  • stefanie 11. Dezember 2020 at 6:51

    Liebe Michaela,,
    ja an den „Blick“ erinnere ich mich noch gut, er hat mich vermutlich zum Mitmachen bei der 12tel-blick-Aktion gebracht. Und ein bisschen schmunzeln musst ich auch, bei dem was Du über den Glasdruck sagst… Mich haben auch ein wenig die düsteren Farben gehemmt, aber ich klebe auch immer an den Vorgaben. Deine Karten sind herrlich graubunt – oder buntgrau?
    Ganz liebe Grüsse, bleib gesund, kreativ und geduldig,
    Stefanie.

  • mano 11. Dezember 2020 at 7:19

    schön zu hören, dass dort nicht gebaut wird!! ich erinnere mich gut an diesen 12tel blick und finde es sehr schön, dass du ihn ausgesucht und so toll umgesetzt hast!
    liebe grüße
    mano

  • Rita 11. Dezember 2020 at 12:59

    Mich beruhigt Dein Hadern auch. Denn ich konnte das winterlich Grau-Blau-Grün… irgendwie nicht finden bei meinen Misch-Versuchen. Der Glasplatten-Druck hat mir Spaß gemacht, aber bei mir sind aus den vorhandenen Gelb-Rot-Blau-Schwarz-Weiß-Linolfaben doch wärmere Töne entstanden. Eigentlich „Ziel verfehlt“, aber ich hoffe, meine Adventspost erfreut doch. LG Rita

  • Andrea 11. Dezember 2020 at 14:26

    Ich finde deine Karten wunderschön! Obwohl ich mich dieses Mal nicht zur Adventspost angemeldet hatte, wollte ich die Technik für mich alleine ausprobieren. Ohne Zeit- und Erfolgsdruck. Das habe ich aber leider noch nicht geschafft. Mit deinem Blogpost hast du mir wieder richtig Lust gemacht… Vielleicht schaffe ich es in den Weihnachtsferien…
    Liebe Grüße Andrea

  • martina 16. Dezember 2020 at 8:58

    ein sehr stimmungsvolles foto und eine wunderbare umsetzung auf deiner karte. zauberhaft! man sieht nicht, dass du mit der technik gehadert hast.
    liebe adventsgrüße, martina

  • Ulrike 17. Dezember 2020 at 18:51

    Die Dom-Landschaft ist dir so wunderbar stimmungsvoll vernebelt gelungen, da können sich alle Empfänger glücklich schätzen! …und ja, ich kenne diesen schönen Blick auch noch, das war doch das Jahr, wo du erst später eingestiegen bist…
    Spannend ist diese Technik ja schon, gerade wegen der vielen Zufälligkeiten, doch fand ich das ‚blinde‘ Zeichnen auf Dauer zermürbend und kann Nina voll zustimmen, dass dies sich zur Massenproduktion eher weniger eignet.
    Liebe Große – Ulrike

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