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Bordüren-Akkordeon |Mustermittwoch 327

12. Juni 2019 6 Comments

Bordüren-Akkordeon |Mustermittwoch 327

12. Juni 2019 6 Comments

Letzten Mittwoch an dieser Stelle habe ich aus dem Buch „Textiles Entwerfen und Gestalten“ von Karin Jerstorp und Eva Köhlmark aus dem Jahr 1986 zitiert und eine erste Bordüren-Muster-Übung vorgestellt. Jetzt sehe ich beim Klick auf den Link, dass die gebrauchten Bücher alle ausverkauft sind. Liegt das etwa an mir?

Zick-Zack-Scherenschnitt Bordürenmuster nach ©muellerinart

Dann zeige ich heute für alle, die das Buch nicht mehr ergattern konnten, eine andere Bordüren-Mustertechnik, die mir sehr gefällt:
Scherenschnitte aus Seidenpapier.

„Falten Sie ein dünnes Papier handorgelähnlich zusammen. Dann machen Sie von zwei, drei oder vier Seiten her Einschnitte. Wenn Sie dann das Papier öffnen, erhalten Sie eine Bordüre mit einem sich regelmäßig wiederholenden Motiv….“

Zick-Zack-Scherenschnitt Bordürenmuster nach ©muellerinart

Muster mit Scherenschnitten entwerfen, ist eine meiner liebsten Techniken. Für Schablonen im Quadrat, Kreis oder Hexagon vielfach erprobt. In der langen Reihe als Bordüre hatte ich es noch nie gemacht. Weil ich hier einen langen Streifen oft falte, muss das Papier sehr dünn sein, damit ich noch fein schneiden kann. Die entstehenden Scherenschnitt-Bordüren sind dann dementsprechend fragil.

Zick-Zack-Scherenschnitt Bordürenmuster nach ©muellerinart

Meine Bordüren möchte ich gerne in einem Büchlein festhalten. Das aktuelle Skizzenbuch ist dafür zu klein. Für die langen Zick-Zack-Faltungen bietet sich ein Leporello an, ich baue mir eins aus festem Kraftkarton.

Zick-Zack-Scherenschnitt Bordürenmuster nach ©muellerinart

Zick-Zack? Handorgel? Zieharmonika? Akkordeon?
Auf Englisch heißt das Leporello accordion book.

Das Aufkleben der zarten Seidenpapier-Bordüren ist kniffelig, funktioniert am besten mit Sprühkleber, aber auch nicht überall gleichmäßig. Deshalb mache ich das ganze haltbar mit teilweise aufgebügelten Laminierfolien. (nicht die fürs Laminiergerät, sondern solche, mit denen man Stoff abwischbar machen kann.)

Zick-Zack-Scherenschnitt Bordürenmuster nach ©muellerinart
Zick-Zack-Scherenschnitt Bordürenmuster nach ©muellerinart

In der Schatzkiste, die ich vor 193 Mustermittwochen in Köln auf dem Flohmarkt ergattert habe, finden sich immer noch Aufbügelbordüren für Stickmuster. Einige davon habe ich schon für verschiedene Projekte verarbeitet (auch in meinem neuen Buch!) heute passen sie wieder wunderbar.

Bordürenmuster nach ©muellerinart

Wenn ich schon Folie aufbügle, kann ich auch noch Stickmusterbordüren auf den Karton aufbügeln. So rankt und mustert es sich im Zick-Zack hin und her..

Zick-Zack-Scherenschnitt_Leporello Bordürenmuster nach ©muellerinart
Zick-Zack-Scherenschnitt_Leporello Bordürenmuster nach ©muellerinart

Wie schön, dass auch noch ein Deckblatt bei den englischen Bügelmustern dabei war. So hat das Büchlein auch einen Titel, der sich um die Ecke rankt. Eine Scherenschnitt-Bordüre aus Tonpapier verschließt das Büchlein, das sonst immer wieder aufspringen würde.

Zick-Zack-Scherenschnitt_Leporello Bordürenmuster nach ©muellerinart

Ja, das Bordüren-Thema ist etwas angestaubt und altmodisch. Keine Frage. Ich käme derzeit auch nicht auf die Idee, meine Wände oder Kleidung mit Randmustern zu verzieren. Trotzdem finde ich es sehr spannend zu schauen, wie man diese Dekore in die heutige Zeit holen kann. Und wer weiß, vielleicht werden sie ganz bald wieder modern? Was meint ihr? Zeigt eure modernen oder altmodischen Bordüren in der Juni-Musterliste.

Michaela

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6 Comments

  • Christine 12. Juni 2019 at 9:25

    Das ist eine super Idee mit dem Leporello. So entstehen richtige Bordüren, lang genug, um die Wiederholungswirkung zu sehen. An der Seidenpapier Technik bin ich übrigens mal gescheitert, irgendwo in einem Musterpost müsste noch ein Ausschnitt meiner Bemühungen zu sehen sein. Jedenfalls sind deine Bordüren zusammen mit den Aufbügelmotiven ganz toll!
    Ich vermute übrigens auch, dass alle Bücher nach deiner Erwähnung letzte Woche aufgekauft wurden, hab ich auch in meinem Post geschrieben.
    Hast du schon eine Technik für nächste Woche ausgesucht?
    Liebe Grüße
    Christine

  • ninakol. 12. Juni 2019 at 10:14

    Hey, so haben wir uns früher die Girlanden selber gemacht. Daraus mehr zu machen, ist eine gute Idee, aber dafür ist ja der Mustermittwoch immer so toll, so viel Inspiration. Leider hab ich über die Feiertage nichts produziert, daher wohl diesmal kein Beitrag von mir.
    Liebe Grüsse
    Nina

    • Michaela 12. Juni 2019 at 11:00

      Ja, genau Girlanden aus Krepppapier für Geburtstagsfeiern. Ich hatte doch die ganze Zeit so ein Gefühl von, das habe ich schon mal gemacht… Das war es! Sollte ich mir für die nächste Party überlegen, ob ich nicht mal wieder Mustergirlanden mache.

  • Ulrike 12. Juni 2019 at 13:27

    Stimmt, Sprühkleber ist irgendwie blöd in der Verarbeitung, weil er ja nicht aufhört zu kleben, gerade bei den Scherenschnitten. Aber du hast den Trick mit dieser besonderen Laminierfolie benutzt – hmm, so etwas habe ich nicht – ob man wohl auch mit Mattlack drüber gehen kann?
    Hach, und solche Aufbügelmuster müsste ich auch noch haben, ebenfalls aus einer Flohmarkschatzkiste…
    Liebe Grüße Ulrike

  • mano 13. Juni 2019 at 12:07

    ich glaub, ich muss auch gleich mal in meiner papierschatzkiste gucken! hatte ich da nicht auch alte stickmusterbordüren aus dänemark?? mal sehen… dein leporello ist schön, ich mag es so gerne, wenn es nicht perfekt aussieht, sondern alles ecken und kanten hat und man auch die probleme bei der herstellung durchaus sehen kann. mit sprühkleber steh ich auf kriegsfuß…
    ich hab heute wieder nur zwei karten auf instagram dabei – nächste woche gibt’s mehr. das ist nur noch nicht fertig geworden.
    liebe grüße
    mano

  • jahreszeitenbriefe 17. Juni 2019 at 18:28

    Witzig, ich hatte auch einen Bordürenanfang geschnippelt, für den Gelliprint… Und jetzt habe ich an meinen Merkzetteln im Buch gesehen, dass auch bei Bordüren auf S. 60 ein Zettelchen klebte… Kann bitte mal jemand die Zeit anhalten? 😉 Die feingliedrigen Schnitte aufzukleben…, da würde ich wohl zu Mattlack greifen und die Seite im Buch einstreichen und dann den Schnitt draufkleben. Trocknet doch dann komplett auf und man sieht es nur mit Kennerblick ;-). Lieben Gruß Ghislana

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