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Schöpferische Tage am See | Mittwochsmix 35

12. August 2020 12 Comments

Was ist schöner als in kühlen Wasser zu plantschen an diesen heißen Tagen? Als hätten wir es geahnt, haben wir für heute das Interview mit Ghislana eingeplant. Wir reisen zu ihr an den kleinen See in Brandenburg, an dem sie im Sommer lebt. Sie erzählt uns von ihren Papier-Schöpf-Erfahrungen, von kreativen Projektkisten und Prozessen. Sie zeigt uns wunderschöne handgeschöpfte Papiere und hat so einige Tipps und Tricks auf Lager.

Ghislana kenne ich virtuell schon lange, in echt auch schon ein paar Jahre, war sie doch schon mehrmals bei mir im Workshop. Ihr findet Ghislana auf ihrem Blog und auf Instagram @jahreszeitenbriefe

Ich habe es tatsächlich bis heute nicht geschafft, in diesem Sommer Papier zu schöpfen. Vielleicht nutze ich die restlichen heißen Tage noch. Meine Hände in die kühle Bütte zu tauchen, wäre wirklich das richtige.

Stattdesssen war letzte Woche eine schöpferische Pause, aber aktiv auf Wanderwegen und Steigen und Abends im kühlen Blau-Grün des Walchensees, unglaublich schön. Ein Sehnsuchtsort!

Vor dem Urlaub hatte ich weiter gesonnendruckt. Ich bin ganz begeistert, welche Wellen mein Sonnendruck-Video geschlagen hat und wie viele Sonnendruck-Experimente ihr auf Instagram geteilt habt. Ich freue mich sehr, dass ich so inspirieren konnte.

Weil es im Gespräch mit Ghislana hauptsächlich um Papierschöpfen geht, wollte ich meine Sonnendruck-Technik auf handgeschöpftem Papier ausprobieren. In meinem Vorrat fanden sich noch ein paar eigene Bögen und auch ein paar Klappkarten von Ghislana selbst. Diese habe nun nicht mit direkt mit Pflanzen bedruckt, sondern mit eine neue Schablone geplottet und diese Blätter sowohl negativ, als auch positiv für den Sonnendruck genutzt.

Gerade die ausgeschnittenen Teile der Schablone eignen sich sehr gut dafür. Die Folie (einfache Overhead-Folie) bleibt wunderbar auf dem nassen Papier liegen.

Hiermit funktionierte die Pigmentverdrängung fast noch besser als mit den echten Pflanzen, der Abdruck auf Ghislanas Papier wurde sehr klar und scharfkantig.

Auf einem groben Papier, das ich vor zwei Jahren selbst geschöpft hatte, habe ich die große Schablone ausprobiert. Unter der dichten Folie trocknet das Papier langsamer, aber auch hier mag ich die Verlaufseffekte sehr.

Das handgeschöpfte Papier wird im nassen Zustand natürlich sehr fragil und löst sich fast wieder auf. Deshalb muss es auf jeden Fall liegend trocknen.

Ein neuer Versuch auch in grün auf grünem Papier:

Ich mag diese Strukturen und Verläufe sehr sehr gerne.

Da die Schablone nun schon da war, entstanden auch noch ein paar schnelle Drucke mit Acrylfarbe, das geht noch schneller als der Sonnendruck.

Und es funktioniert auch auf dem groben handgeschöpften Papier, wobei es hierbei leichter passiert, dass Farbe unter die Schablone rutscht.

Ganz zufällig fand ich letztens im Keller Büchlein mit japanischer Bindung, die bestimmt schon 25 Jahre alt sind. Damals war meine aktive Papierschöpf-Phase und aus den Papieren habe ich Büchlein gebunden, ohne zu wissen, wie die Bindung heißt.

Jetzt träume ich mich noch ein wenig zurück an den See und habe schon Papier eingeweicht. In den kommenden Tagen will ich unbedingt einen Schöpftag einlegen. Meine Vorräte an handgeschöpftem Papier neigen sich dem Ende zu und ich möchte so gerne einfach eintauchen. Meine Papierschöpf-Anleitung gibt übrigens in meinem Buch „Stoff trifft Papier“.

Und ihr? Wart ihr schöpferisch tätig in diesen heißen Tagen oder hat die Hitze euch platt gemacht? Zeigt her eure blauen Sehnsüchte.
Nächste Woche reisen wir mit unseren blauen Sommerinterviews nach Dresden zu Karen, dann geht es unter anderem um Kalligraphie und Perlen, sehr spannend.

Michaela

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12 Comments

  • frau nahtlust 12. August 2020 at 6:30

    Guten Morgen liebe Michaela und willkommen zurück aus dem Urlaub! Auf den handgeschöpften Papierfundus kann ich leider nicht zurückgreifen, aber deine Sonnendrucke sind famos geworden! Gute Idee, dafür die kleinen ausgeschnittenen Schablonenstücke zu verwenden! Und nun kannst du noch ein wenig vom Urlaub träumen und ans Wasser denken! LG. SUsanne

  • jahreszeitenbriefe 12. August 2020 at 9:14

    Was für herrlich kühlende Fotos… Ich sehne mich aus dem sommerheißen Aachen inzwischen echt sehr zurück an den See… Morgen… Fein, dass das Sonnendrucken auf dem geschöpften Papier so gut geklappt hat, sieht wunderbar aus und die Folienschablonen sind toll geworden… So, und nun gucke ich mir mal unser Gespräch an 😉 Liebe Grüße Ghislana

    • jahreszeitenbriefe 12. August 2020 at 9:56

      Ach, schön geworden, liebe Michaela und Susanne 😉 Besser als nichts in dieser kontakteingeschränkten Zeit… Freue mich und grüße euch nochmal… Ghislana

  • martina 12. August 2020 at 9:46

    was für ein sympathisches interview. vielen dank auch an ghislana. das papierschöpfen find ich sehr spannend und deine drucke, michaela, sind wunderschön geworden. handgemachtes papier ist auch von der haptik ganz toll. liebe grüße, martina

  • Sabine 12. August 2020 at 12:05

    Ihr lieben 3,
    nochmal so ein tolles Interview mit super sympathischen, sehr erfahrenen Frauen! Vielen Dank. Viele Anregungen, die ich bei gemäßigteren Temperaturen umsetzen möchte (Papierschöpfen mit Einarbeitung getrockneter Blüten, Fäden etc + Sonnendruck mit Schablonen). Ich bekomme momentan außer Internetrecherchen nix hin – bei >30 tropfe ich mir nur alles voll 🙁
    Alles Liebe
    Sabine aus WO(rms)

  • Ulrike 12. August 2020 at 12:45

    Kaum ist dein Urlaub in den Bergen vorbei, bist du schon wieder fleißig in Sachen Sonnendruck!
    Wie schön, Ghislana so lebendig eben im Interview wieder zu treffen! Ihr hättet einen Rundgang durch ihren schönen Garten und zum See machen sollen – es ist so herrlich dort, und ich denke zu gerne an die Schaffenstage Anfang Juni zurück!
    Liebe Grüße – Ulrike

  • mano 12. August 2020 at 16:46

    wunderbare klare drucke sind dir da ja gelungen! ich hätte nicht gedacht, dass sich durchsichtige folie so gut zum sonnendrucken eignet.
    das interview mit ghislana ist so schön, fröhlich, lebendig und freudig. ich könnte ja sofort mit schöpfen anfangen…
    liebe grüße
    mano

  • Christine L. 13. August 2020 at 11:56

    Wieder ein wunderbares Interview, noch ein Projekt, das ich gerne probieren würde! Aber ich mache es dann wie Ghislana, ich werde erst einmal anfangen, Material zu sammeln. Im Moment schaue ich bewundernd auf deine Sonnendrucke, Michaela, und übe weiter! Hier ist allerdings erst mal Schluss mit Sonne, wir genießen dankbar den Regen.
    Liebe Grüße
    ChristineL.

  • Claudia M. 13. August 2020 at 16:16

    Hallo Michaela, wie toll Deine Sonnendrucke geworden sind! Und auf dem handgeschöpften Papier – unvergleichlich! Vielleicht sollte ich doch den Plotter wieder ausgraben….
    Euer Interview mit Ghislana war wieder so schön – echt anregend, Eure Gespräche. Das Problem ist nur, dass man nicht alles machen kann, was einem dann so durch den Kopf geht… Aber das mit dem Plotter überlege ich :-)) Viele Grüße! Claudia

  • Trillian 13. August 2020 at 17:20

    Vielen Dank für das neue Video. Die Sunprints sind interessant. Ich wußte garnicht, dass man auch OH Folie nehmen kann. Die Seiten sind sehr schön geworden. Auf dem handgeschöpften Papier machen sich die Drucke sehr gut.

  • […] vergangene Woche stand bei mir ganz im Zeichen des Papierschöpfens. Schon während ich den Blogpost für letzte Woche geschrieben habe, musste ich Papier zusammensuchen und einweichen. Papierreste vom Buchbinden, alte […]

  • Maike 19. August 2020 at 10:42

    Hach, was für wunderschöne Papiere! Wie schön, dass ich auch live sehen konnte, wie sie entstehen.
    Das Interview mit Ghislana ist überaus sympathisch und ich bin etwas traurig, dass wir Anfang März, als ich kurz vor den Coronabeschränkungen noch nach Dresden zum Kreativtreff reisen durfte, nicht mehr Zeit füreinander hatten. Aber ich bin sicher, dass wir das noch zu einem entspannteren Zeitpunkt schaffen werden 🙂
    Eure Interviewreihe ist insgesamt eine Wohltat. Ich habe das Gefühl, die ganze kreative Gemeinschaft, die sich in den letzten Jahren aufgebaut hat, vermisst den regen und direkten Austausch bei Workshops. Da ist es umso wohltuender, wenn man online Input bekommt, eine Art Austausch hat und wundervolle Menschen sieht. Und es gibt kein Interview, bei dem ich nicht Zwischenrufe wie „JA!“ oder „Oh ja genau!“ gejubelt hätte. Und jedes ist so inspirierend. Danke für Eure Mühe und Arbeit, ich schätze sie wirklich sehr!
    Mich würden bei der Postkunst auch komplexere Dinge wie das Papierschöpfen reizen. Natürlich ist das wesentlich aufwendiger, aber das Kleisterpapier fand ich auch nicht ohne. Vielleicht kann man auch hier mit einem Klein- oder Miniformat arbeiten, so dass sich Neuanschaffungen, Wasserplanscherei u.ä. in Grenzen hält?
    Liebe Grüße!
    Maike

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    im Müllerin Art Studio. Ich bin Michaela Müller, Designerin und Autorin. Ich freue mich, dich zu inspirieren und meine Begeisterung in Buchbinde-und Kreativ-Kursen weiterzugeben.

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