Süßer pinker Februar

Am letzten Mittwoch im Februar bin ich ganz froh, dass ich mich langsam von der Monatsfarbe Pink verabschieden darf. Ich mag ja ganz gerne pinkfarbene Akzente in meiner blau-grünen Welt, aber nach vier Wochen wird es mir doch zu süß. Zum MittwochsMIX lasse ich euch heute durch mein pinkes Februarbüchlein blättern und gebe euch Tipps für unterschiedliche Geldruck-Platten. Dazu zeige ich die ersten Blätter meines 100 Tage-Projekts, die passend zur Monatsfarbe auch einen pinken Hintergrund haben.

Das Februarbüchlein

Riesencollagen, Messebesuch, Museumsbesuche, neue Schablonenmotive, Frühlingspostbeginn, kreative Karnevalstage, das Jahr der Landschaften… all das spiegelt sich in den kleinen Seiten des Februarbüchleins. Mit Beginn der Fastenzeit mag ich das süße Pink irgendwie nicht mehr sehen, zumal ich auch versuche, auf Zucker zu verzichten. Deshalb habe ich das Büchlein schon vor Ende des Monats fertig gestellt. Ich erlaube mir aber auch, später noch etwas zu ergänzen.

Das Wochenthema der letzten Woche „Trockenzeit“ habe ich auch noch bearbeitet, auch wenn es gar nicht zum Wetter passte:

Februarbüchlein "Pink" nach ©muellerinart

Das Wochenthema dieser Woche ist „Ränder“, dazu fanden sich passende Worte, die sich gut in die Landschafts-Collage einfügten.

Februarbüchlein "Pink" nach ©muellerinart

Die drei Lagen des Büchleins habe ich mit Kreuzstichen in den Buchdeckel eingeheftet, noch inspiriert vom Workshop mit Maike und einem kleinen Buchbindeworkshop am letzten Freitag. Mit den frischen Knospenmuster-Drucken habe ich natürlich die Buchdeckel beklebt.

Februarbüchlein "Pink" nach ©muellerinart

Geldruck-Platten-Vergleich

Die Geldruck-Platte ist für mich seit vielen Jahren ein liebgewonnenes Werkzeug, ein Medium, um Pflanzen und Strukturen abzubilden, in Workshops sehr viel im Einsatz. Mein neues Buch – auf dessen Erscheinen ich jetzt sehr ungeduldig warte – widmet sich in großen Teilen dem Pflanzendruck auf der Geldruck-Platte. Beim Besuch auf der Creative-World-Messe Anfang Februar ist mir bewusst geworden, dass die Technik nun auch langsam bei der großen Masse ankommt. So durfte ich am Stand von Gelli Arts der „Queen of Gelliprint“ Birgit Koopsen auf die Finger schauen und habe längere Zeit mit ihr über ihre Techniken gesprochen. Besonders faszinierend finde ich den Einsatz von Pastellkreide, mit der man quasi auf der Platte malen kann. Mit einer Schicht Acrylfarbe wird die hochpigmentierte Farbe dann aufs Papier übertragen:

Gelliprint Birgit Koopsen 
Foto: ©muellerinart

Diesen Druck durfte ich mitnehmen und ein anderer Druck von Birgit klebt als Schnipsel auch im Februarbüchlein.

Gelliprint ©muellerinart

Mittlerweile gibt es ja mehrere Anbieter von Geldruck-Platten. Heute möchte ich einmal die Unterschiede der Platten vorstellen. Ich habe auf der Messe eine Platte der Firma GEL Press geschenkt bekommen, ansonsten werde ich nicht gesponsert oder bezahlt.

Am bekanntesten ist die Firma Gelli Arts, die die ersten Platten auf den Markt gebracht und die größte Auswahl an unterschiedlichen Formaten und Zubehör haben. Ich besitze mehrere Gelli Arts Platten, sie sind seit langem in Einsatz und immer noch super. Gelagert in der Originalverpackung mit den Schutzfolien bleiben sie jahrelang einsatzbereit. Diese Woche habe ich all meine Platten einer Grundreinigung unterzogen, das war mal wieder nötig. Mit Babytüchern und Babyöl lassen sich auch eingetrocknete Farbreste entfernen. Ansonsten werden die Platten beim Drucken ja meist auch sauber gedruckt, das heißt, durch das Papier wird die Farbe vollständig von der Platte entfernt. Ich bin nicht besonders pingelig mit meinen Platten, sie sind im Workshop viel im Einsatz und trotzdem einwandfrei.
Auf den Gelli Arts Platten arbeite ich sowohl mit Acrylfarben, als auch mit den ölhaltigen AKUA-Druckfarben, die ich sehr gerne mag.

Geldruckplatten reinigen
©muellerinart

Die Druckplatten von GEL Press unterscheiden sich kaum von den Gelli Arts Platten, sie sind vielleicht noch etwas dicker. Eine davon ist bei mir auch schon länger mit allen möglichen Farben im Einsatz und hat sich sehr gut gehalten. Von diesen Platten gibt es nicht so viele Formate und kaum Zubehör, das braucht man aber auch nicht.

Ein Sonderfall sind die Platten von Speedball. Ich selbst besitze keine davon. Eine Kursteilnehmerinnen fragte mich schon letztes Jahr nach dem Warnhinweis auf der Packung: NO Acrylic Paint! Deshalb hatte auf der Messe am Stand von Speedball nachgefragt und die Antwort bekommen, dass diese Platten nur mit Druckfarben zu benutzen ist, also zum Beispiel mit AKUA oder Linoldruckfarben. Ich konnte es mir gar nicht vorstellen, was denn mit Acrylfarbe passieren sollte. Aber dann kam sowohl über die Postkunst, als auch von meiner Schwester die Rückmeldung: Mit Acrylfarbe reagiert die Oberfläche und wird klebrig, Farbe haftet nicht mehr richtig. Meiner Schwester ist sogar ein Fotopapier so auf der Platte festgeklebt, dass die Platte eingerissen ist.
Diese Platten würde ich also nicht empfehlen, da sie nur eingeschränkt zu nutzen sind, während die anderen Platten mit allen Farben funktionieren.

Geldruckplatte Speedball beschädigt
©muellerinart

Weiterhin gibt es auch billige Platten in Basteldiscount. Eine kleine Platte von Craftelier habe ich auch, kann sie aber nicht wirklich empfehlen. Sie hat zwar ein sehr hübsches Format (10 x 10 cm) aber die Oberfläche ist viel härter, die Farbe wird nicht so schön abgedruckt und Restfarbe lässt sich davon nur schwer entfernen.

Habt ihr noch Erfahrungen mit anderen Platten gemacht? Das würde mich sehr interessieren, erzählt davon gerne in den Kommentaren.

Ich bin jetzt gerade sehr fasziniert von den Drucken in mehreren Schichten mit Pastell, Schablonen und Acrylfarbe, damit lassen sich ganz besondere malerische Strukturen gestalten, die den Charme von abblätterndem Putz haben.

Gelliprint
©muellerinart

Das 100 Tage-Projekt hat begonnen!

Am Sonntag startete das 100 Tage Projekt, bei mir 100 BUNTE BLÄTTER. Ich hatte letzte davon berichtet und pünktlich am Sonntag Vormittag ein erstes verwelktes Tulpenblatt mit pinkem Hintergrund mit Aquarellmarkern aufs Papier gebracht. Jetzt soll es sich als tägliche Routine etablieren. Ich habe keinen Plan, welches Blatt oder welche Technik an welchem Tag dran ist. Ich möchte mich treiben lassen und spontan entscheiden. Am Tag 2 war es die Pilea im Badezimmer, die mich anschaute und sagte: Zeichne mich heute. Ich hoffe, in den kommenden Tagen die ersten Blätter draußen zeichnen zu können, es soll ja wärmer werden. Gestern, an Tag 3, habe ich ein Sellerieblatt aus dem Hochbeet gepflückt, das den Winter überstanden hat, zunächst auf der Geldruck-Platte die Negativform abgedruckt und mit Buntstiften das Blatt gezeichnet.

Gleichzeitig freue ich mich über viele andere Kreative, die ich kenne, die sich das Projekt vorgenommen haben, Susanne zeichnet 100 Gesichter, Regina macht 100 Milchtütendruck, Maike schnitzt 100 Ministempel, Sabine macht 100 Geldruck-Experimente, Claudia das Projekt „Hundert zum Quadrat“ gestartet, das sie auch bald zeigen wird … dazu kommen tausende andere kreative Menschen in der ganzen Welt. Machst du auch mit? Man kann jederzeit noch einsteigen.

4 Gedanken zu „Süßer pinker Februar“

  1. Da ich weiß, dass ich es nicht jeden Tag schaffe, etwas zu kreativ zu gestalten, mag ich mir das nicht aufbürden. ich schaffe ja so schon keine Themen mehr, wie auch Eure Monatsideen oder die Landschaften.
    Aber ich schaue so gerne, was alles Wunderbares entstanden ist. Und kann immer nur wieder betonen: Danke für all die Inspirationen!
    zu den Gelplatten: ich glaube bei den dänischen Schwestern gibt es nun auch eine Platte, …definitiv ein Anzeichen, dass die Technik massenkompatibler geworden ist😉
    Liebe Grüße
    nina

    1. So ein Projekt soll in keinem Fall eine Bürde sein und auch niemanden ein schlechtes Gewissen machen, der es nicht macht. Mich treibt es an, gerade, wenn sich unterschiedliche Projekte verbinden.
      … ich muss mal wieder bei den Schwestern einkaufen. Auch die Stempelplatten von denen sind gut…

  2. Guten Morgen Michaela.

    Nach anfänglichen Schwierigkeiten bin ich inzwischen auch ein großer Fan der Geldruckplatten. Ich habe einen ganzen Stapel A5 große Platten von SØSTRENE Grene. Halber Preis – im Gegensatz zu Gelliarts. Die Kids finden es klasse. Ich konnte keine Mängel feststellen. Auch die selbstgegossenen Gelatineplatten sind bei mir im Einsatz. Nach ca. 1 Jahr noch nicht geschimmelt oder kaputt. Im Moment habe ich mir Backmatten besorgt. Sieht man immer wieder auf Social Media. Muss ich nun testen. Und ich habe mir direkt Silikonplatten besorgt. Das soll auch funktionieren. Liegt schon auf meinen Arbeitstisch und warten ebenfalls auf die Testphase. Für Pflanzendruck gibt es für mich nichts schöneres als die Geldruckplatten.
    Liebe Grüße aus dem Miss Marple Nebel in Stuttgart
    Deine Tanja

    1. Hallo Tanja,
      die dänischen Platten habe ich noch nicht, die muss ich auch unbedingt mal testen. Eine Backmatte habe ich auch schon mal getestet, war nicht so doll.
      Mit selbstgegossenen Platten habe ich keine guten Erfahrungen gemacht, wahrscheinlich habe ich sie falsch gelagert, die war irgendwann wie eine Schuhsohle….und die Zutaten waren ja auch teuer.

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